Was ist Leinen?

Gemeiner Lein oder Flachs (Linum usitatissimum, lateinisch „am gebräuchlichsten“) ist eine Kulturpflanze, wird seit altem angebaut, sogar in Bibel erwähnt. So alt ist der Lein! Die Heimat des Leins ist Asien und Mittelmeer-Region. Gefärbte Fasern des wilden Flaches, in Dzudzuana (Georgien) gefunden, sind ca. 38 000 Jahre alt. Als Kulturpflanze ist der Flachs 9000 Jahre alt. 4000-5000 v. Chr. haben Ägypter aus dem Leinen Bekleidung, Seile, Segel gemacht, in schmalen Streifen Mumien gewickelt, und poetisch „Gewebter Wind“ genannt. Aus Ägypten durch Griechenland und Römischen Reich hat der Lein auch Europa erreicht. In Litauen wurden die Pflanzen schon 2000 v. Chr. angebaut. „Am gebräuchlichsten“ nennt man den Lein, weil alle Teile der Pflanze verwendet werden: Leinsamen als Lebensmittel, Flachsfasern zum Weben von Stoffen (Langfasern für feine Gewebe für die Bekleidung, Bettwäsche, andere Heimtextilien, Kurzfasern für technische Gewebe), Schäben für Wärmeisolierung. In Litauen wurden einige Sorten vom Flachs entwickelt: „Dotnuvos ilgūnėliai I“ („Die langen von Dotnuva I“), „Banga“ („Welle“), „Vega“, „Viltis“ („Hoffnung“), „Žydriai“ („Himmelblaue“), „Baltučiai“ („Weiße“, weißblühender Flachs).
Wo wird der Flachs angebaut? Der Flachs wird in vielen Ländern angebaut: Kanada, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Ukraine, Polen, Vereinigtem Königreich, Niederlanden, Argentinien, Russland. Die beste Flachsqualität kommt von Europa.
Wie sieht der Lein aus? Der Gemeine Lein hat ca. 1m langen Stängel, 80-100 Blätter und schön blaublühende Blüten (Es gibt auch einige Sorten vom Flachs mit weißen, lila, rosa Blüten.). Der Lein wächst sehr schnell: wird Ende März - Anfang April gesät, in Juni sind die Felder voll von blauen Blüten.
Welche Anbaubedingungen sind optimal für den Flachs? Die Pflanze mag kühle, nicht sonnige Tage (Sonnenmangel lässt die Pflanze höher wachsen, deshalb wird der Flachs so früh wie möglich gesät.), genügend Wasser in der Blütezeit, verträgt sehr schlecht die Unkräuter.
Feld von blühendem FlachsBlühender Flachs
Im August, in ca. 100 Tagen nach der Aussaat, wird der Lein gerauft, nicht gemäht, damit der Stängel so lang wie möglich bleibt. Je länger, dicker der Stängel, desto qualitativer sind die Flachsfasern. Nach dem Raufen liegt der Flachs in den Feldern auf dem Boden. Die Stängel trocknen, Mikroorganismen drängen ein, Bastfasern werden vom Holzkörper gelöst. Damals in Litauen wurde Wasserröste dafür verwendet (in tiefen Teichen in kaltem Wasser wurden die Flachsstängel 2-3 Wochen gelagert). Nicht der ganze Stängel ist fürs Spinnen geeignet, nur das äußere Teil, das man vom Holzkörper trennen soll (Der Stängel hat 20-30% von Fasern.). Dieses Trennen nennt man Brechen. Der Stängel wird mit speziellen Maschinen gebrochen. Der Holzkörper wird in kleine Stücke (Schäben) zerkleinert, Schäben werden von Flachsfasern getrennt. Die Flachsfasern werden dann gehechelt, gereinigt, endlich zu Fäden versponnen. Natürliche Farbe vom Leinengarn ist bräunlichgrau. Die Fäden werden gebleicht und in vielen Farben gefärbt. Danach gehen die Fäden in das Webstuhl. Kettfäden und Schussfäden werden zusammengewebt und so entsteht aus dem Lein das Leinen, Leinengewebe, Leinenstoff.
FlachsraufeFlachs liegt in den Feldern nach der Raufe
ALSO:
Leinenstoff entsteht aus Pflanze Lein / Flachs.
Flachs wird in vielen Ländern angebaut, die beste Qualität kommt aber aus Europa.
Flachs wird gerauft, gebrochen, gehechelt, zu Fäden versponnen, gefärbt, das Garn zusammengewebt. So bekommt man einen Leinenstoff.
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